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  Eva-Maria Bauch  
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  Eva-Maria Bauch  
 
 
Online-Projektleiterin
1989-1997 Informatik-Studium an der TU München
1997-1999 Online-Redakteurin bei der Zeitschrift Allegra
1999-2000 Gründungsgesellschafterin des Start-up-Unternehmens ciao.com AG
seit 2000 Projektleiterin beim Axel-Springer-Verlag und verantwortlich für die Internet-Auftritte der Frauenmagazine Bild der Frau, Journal für die Frau und der Neuprojektierung von Allegra


Kann Eva-Maria logisch denken?

Männer sind manchmal ziemlich einfach, lassen sich blenden von dem, was sie sehen. Und sehen sie Eva-Maria Bauch steht für sie fest: Die Frau sieht ja ganz gut aus, aber kann die auch was?

Derartiges Denken kennt Eva-Maria und hält dann simpel den Satz "Monitoring und Visualisierung der Abläufe eines verteilten Agentensystems für ein verteiltes Fertigungsverfahren" dagegen. Punkt. Aus. Schweigen. Dabei hat sich Eva-Maria diese Worte nicht etwa aus einem Fremdwörterbuch zusammengesucht, sondern nennt einfach den Titel ihrer Diplomarbeit. Der beeindruckt, nicht nur Männer. Auch Frauen staunen über die Geschlechtsgenossin, die als studierte Diplom-Informatikerin so gar nicht dem gedachten Klischee lebender Langweiligkeit (graue Maus, Brillenträgerin – nein, nichts gegen Brillen! – etc.) entspricht.

Trotzdem: Vorurteile nerven, und es kostet Zeit, sie aus den Köpfen anderer zu verbannen. Auch heute noch, da Eva-Maria als Projektleiterin für die Frauentitel Online beim Axel-Springer-Verlag in Hamburg arbeitet und die Internet-Auftritte der Zeitschriften Bild der Frau, Journal für die Frau und die Neuprojektierung von Allegra betreut. "Zum Team gehören jeweils ein Ressortleiter, zwei festangestellte Redakteure, Online-Producer, Praktikanten sowie etliche freie Mitarbeiter. Doch letztlich verantwortlich für die Realisierung der Projekte bin ich", erzählt die 30-Jährige. "Ich sitze später bei der Verlagsleitung, um mich herum nur Männer, und muss die Arbeit vorstellen. Blicke ich dann in die Gesichter meiner Zuhörer, sehe ich Staunen und Unglauben. Bei einigen geht es schneller, andere brauchen länger, um zu begreifen: Das ist unsere Frau. Die ist gut, die versteht ihre Arbeit."

Ja, ja, die Männer. Dass es damit Probleme geben könnte, stellte Eva-Maria schon im Informatik-Studium an der Technischen Universität München fest. Auf die rund 700 Erstsemester kamen knapp 25 Frauen. Zu wenig, um als gleich akzeptiert zu werden. "Zwar wollten viele Typen sich gerne mit uns treffen und lernen, doch was wir dann inhaltlich beizusteuern hatten, interessierte die kaum", erinnert sich Eva-Maria. Da ist es fast unerheblich noch anzumerken, dass es auf jedem Stockwerk eine Männertoilette gab, doch nur auf jeder dritten Etage ein "stilles Örtchen" für Frauen. Vergangenheit. "Zum Glück hat sich die Situation an den Unis geändert", so Eva-Maria, "denn das Studium an sich war schon sehr spannend, mal abgesehen von dem Programmieren und der E-Technik. Das lag mir nicht so. Ganz im Gegensatz aber zum Bereich der künstlichen Intelligenz, dem Entwickeln von Lösungskonzepten und dem dafür nötigen logischen Vorgehen und Denken. Das hat Spaß gemacht."

Dass sie jedoch als Diplom-Informatikerin einmal ins Medienbusiness einsteigen würde, hätte sie nicht gedacht und erntete von Vater Alfred zunächst auch Skepsis. Denn bitte, was gibt es da für eine Informatikerin schon zu tun? Heute staunt Herr Bauch über den Tagesplan seiner Tochter. Morgens um 9 Uhr ein Meeting mit einer der Online-Redaktionen und einer Multimedia-Agentur. Es geht um die Internetkonzepte, den Projektstand, Termine und Abnahmen. Zwei Stunden später eine längere Konferenz mit Vertretern der Verlagsleitung. Eva-Maria präsentiert die Web Sites. Mittagspause. Um 15 Uhr der Termin bei einer Zeitschrift. Was gibt es Neues im Printtitel? Was soll davon ins Internet? Eva-Maria hört zu und schreibt auf. Über eine Stunde später ein Meeting mit den Technikern. Die Programmierung hakt noch. Einige Grafiken und Schriften brauchen zu lange, bis sie auf der Seite geladen sind. Zwischendurch ein Anruf aus der Anzeigenabteilung. Wie sieht es mit den Links für die Kosmetikhersteller aus? Es ist kurz nach neun Uhr, ehe Eva-Maria ihr Büro verlässt, das sie zwölf Stunden zuvor betreten hat. Aber heißt viel Arbeit gleich viel Geld? "Mein Jahresgehalt liegt schon im sechsstelligen Bereich. Dafür trage ich aber auch die Verantwortung für die Projekte, muss für mögliche Fehler geradestehen", so Eva-Maria. Eine Frau mit Selbstbewusstsein. Und das wünscht sie anderen ebenso. "Frauen sollten sich einfach mehr zutrauen und in die Offensive gehen", sagt sie.

Vielleicht geht dann ja einigen Männer ein Licht auf und sie erkennen: Schöne Frauen können auch denken. Sogar logisch.


Berufsbild Online-Projektleiterin
 
Eva-Maria Bauch
 
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